Die angeregte Gründung eines neuen Kunst- und Kulturvereins in Bad Berka stößt auf ein reges Interesse. Einer entsprechenden Einladung des CDU-Bürgermeisterkandidaten Michael Jahn folgten 50 Bürger aus der Stadt und dem Umland. Die nächsten Schritte für die Vereinsgründung sollen noch im Frühjahr folgen, kündigte Jahn an. Bei der Zusammenkunft im Coudray-Haus, das sich nach seinen Worten aktuell in einem Dornröschenschlaf befindet, ging es auch um die Nutzung des Gebäudes selbst.

Jahn plant eine Initiative im Stadtrat, um die viel zu hohen Gebühren für das Coudray-Haus zu senken. „Die Gebühren liegen zwischen 110 Euro für eine vierstündige Anmietung und bis zu 400 Euro für ein Geburtstagsfest oder eine Silberne Hochzeit“, so Jahn. In den vergangenen drei Jahren habe es daher nur elf solcher Nutzungen gegeben.

Aber auch die geringe Nutzung des Gebäudes, das als „Haus des Gastes“ angepriesen wird, beklagt der CDU-Bürgermeisterkandidat. So gebe es jährlich nur etwa acht Veranstaltungen. Dabei richtet sich seine Kritik nicht gegen die Mitarbeiter der Touristinformation, sondern gegen die Ideenlosigkeit der Stadtspitze. Jahn dankte ausdrücklich den Vertretern der Touristinformation und Bibliothek, die seiner Einladung gefolgt waren, um gemeinsam mit den Bürgern nach Ideen für eine bessere Nutzung des Coudray-Hauses zu suchen.

Großen Zuspruch fand die Idee der ehemaligen Leiterin der Stadtbibliothek, Ute Werneburg, das Coudray-Haus auch als Ort für standesamtliche Hochzeiten zu nutzen. Dann könnten deutlich mehr Verwandte und Freunde als im Rathaus dabei sein - und dies in einem besonderen Ambiente.

Ernüchternd sind nach Ansicht von Jahn auch die Besucherzahlen für die Dauerausstellung „Bad Berkaer Badegeschichten“. Diese ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und Ostern 2015 eröffnet worden. Im vergangenen Jahr sei das Interesse mit 236 Interessierten besonders gering gewesen. „1,52 Besucher pro Öffnungstag zeigen, dass hier erheblicher Handlungsbedarf besteht“, so Jahn. Mit den Einnahmen von 574 Euro, die 2017 mit den Eintrittsgeldern erzielt wurden, könnten die laufenden Kosten nicht mal ansatzweise decken.

Für das Coudray-Haus sei ein umfassendes Nutzungskonzept nötig, so Jahn. Er freue sich, dass bei der Zusammenkunft erste Ideen gesammelt werden konnten. In erster Linie sei natürlich die Stadt in der Verantwortung. Ein Kunst- und Kulturverein könne aber einen wesentlichen Beitrag zur Wiederbelebung leisten, so der Bürgermeisterkandidat.

Holger Theermann, sachkundiger Bürger im Stadtrat, dankte zum Schluss Michael Jahn. Er habe mit der Einladung zu dem Treffen den Stillstand beendet und interessierte Bürger aus Stadt und Region an einen Tisch geholt. Nun gelte es, auch die Rahmenbedingungen für einen Kunst- und Kulturverein und eine Perspektive für das Coudray-Haus zu schaffen.

Hier einige Impressionen des Abends (Fotos Sebastian Lutterberg)

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